Morimur

Sonntag 01.11.2026 18:00 Uhr
Benjamin Herzl – Violine Company of Music – Leitung: Johannes Hiemetsberger

Franziskuskirche Waidhofen/Ybbs

Einheitspreis: 25€

Die Zusammenführung von Bachs berühmter Ciaconna für Violine Solo mit Chorälen über Tod und Auferstehung, eine musikalische Grabinschrift Bachs für seine verstorbene Frau Maria Barbara, all das erwartet die Besucherinnen und Besucher zu Allerheiligen in der Franziskuskirche.

Die Violinprofessorin und Musikwissenschaftlerin Helga Thoene hat sich viele Jahre intensiv mit Zahlensymbolik und Verschlüsselungstechniken in den Kompositionen von Johann Sebastian Bach befasst. Sie entdeckte, dass Bach auch in reinen Instrumentalwerken wie den sechs Sonaten und Partiten für Solovioline mit Verschlüsselungsverfahren gearbeitet hat. So sieht sie etwa in der berühmten Chaconne aus der d-moll-Partita ein klingendes Epitaph, eine Grabinschrift Bachs für seine plötzlich verstorbene erste Ehefrau Maria Barbara. Sie stützt diese These mit der Aufschlüsselung symbolischer Zahlenkombinationen und dem Aufdecken der im Notentext der Chaconne verborgener Choralzitate, etwa von Martin Luthers Osterlied „Christ lag in Todesbanden“, dass sich in den Unter- und Mittelstimmen wie ein rotes Band durch das gesamte Werk zieht.
Diese Zahlensymbolik und verschlüsselte theologische Inhalte sind beim Hören der Violin-Solo Partita natürlich nicht wahrzunehmen.
Deshalb verbinden Geigenvirtuose Benjamin Herzl und Die Company of Musik beides zu einem berührenden Ganzen von unerhörter Schönheit.
Die Kirche ist in ein Kerzenmeer getaucht, die Besucherinnen und Besucher sind angehalten, Laternen in Erinnerung an geliebte Menschen mitzubringen.

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Benjamin Herzl

– Violine

Der 1994 in Salzburg geborene und in Wien lebende Geiger Benjamin Herzl zählt zu den vielseitigsten Musikern seiner Generation und wird von Publikum und Presse gleichermaßen für seine „virtuose Perfektion“ sowie seine „Tiefe und hohe Musikalität“ gelobt. Er ist Stipendiat der Mozartgesellschaft Dortmund, Preisträger des Internationalen Brahmswettbewerbs sowie Gewinner des von Vadim Repin gestifteten Mozart-Preises.

Nach seiner Ausbildung am Salzburger Mozarteum bei Klara Flieder-Panillon absolvierte der Geiger Studien an den Wiener Musikuniversitäten bei Christian Altenburger sowie in der Solistenklasse bei Julian Rachlin. Wichtige Impulse erhielt er außerdem von Christian Tetzlaff an der Kronberg Academy, Pierre Amoyal an der Académie de Musique de Lausanne, Ivry Gitlis sowie von Benjamin Schmid und Vadim Gluzman.
Bereits mit 13 Jahren debütierte er beim Internationalen Mozart-Fest Mannheim und konzertiert seither auf renommierten Bühnen wie dem Wiener Musikverein, dem Wiener Konzerthaus, dem Sendesaal Bremen, dem Brucknerhaus Linz, der int. Stiftung Mozarteum Salzburg, dem Festspielhaus Salzburg, dem WDR Sendesaal, dem Konzerthaus Dortmund, dem Örebro Konzerthus (Schweden), dem Staatstheater Wiesbaden, dem Montforthaus Feldkirch, dem Musikverein Graz, dem Teatro Malibran in Venedig oder der San Felipe Neri in Havanna. Er ist regelmäßiger Gast bei Festivals wie: Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, 1001 Notes Limoges (Frankreich), International Music Festival Póvoa de Varzim (Portugal), Internationale Maifestspiele Wiesbaden, Dialoge Salzburg, Grafenegg Festival oder Mozart Festival Havanna. In der Saison 2019/20 fungierte er in der Jubiläumssaison „70 Jahre Jeunesse Musicales“ als „Featured Artist“.
Sein Repertoire umfasst das klassische Violinrepertoire sowie zeitgenössische Werke. Er pflegt eine enge Zusammenarbeit mit Komponisten wie Gerald Resch, Jakob Gruchmann, Kurt Schwertsik und Fazıl Say, die ihm u.a. Kompositionen widmeten. Als Solist tritt er mit renommierten Orchestern auf u.a. Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, Stuttgarter Kammerorchester, Orchester der Wiener Volksoper, Swedish Chamber Orchestra, Georgisches Kammerorchester Ingolstadt, Deutsche Kammerakademie Neuss, L’Orfeo Barockorchester oder Kurpfälzisches Kammerorchester Mannheim.
Der Künstler arbeitet mit Dirigent*innen wie Nil Venditti, Dennis Russell Davies, H. K. Gruber, Jean-Michaël Lavoie, Erina Yashima oder Gérard Korsten zusammen.
Zu seinen Kammermusikpartner*innen zählen u. a. Ariane Haering, Matthias Bartolomey, Beatrice Berrut, Imogen Cooper, Rafael Fingerlos, Lily Francis, Julia Hagen, Reinhard Latzko, Ingmar Lazar, Othmar Müller, Julian Rachlin, Valentin Radutiu, Beatrice Rana, Fazil Say, Andreas Schablas oder Thomas Zehetmair.
In der Saison 2025/26 tritt Herzl mit dem Swedish Chamber Orchestra, dem Oradea Symphony Orchestra und dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin in der Berliner Philharmonie auf. Anlässlich des Kurt-Weill-Jahres erscheint 2025 eine Einspielung seines Violinkonzerts in Zusammenarbeit mit dem Swedish Chamber Orchestra unter der Leitung von H. K. Gruber bei BIS Records.
Der Geiger konzertiert auf der „ex Guilet“ Joseph-Guarnerius-Violine, Cremona anno 1732, die ihm von der Oesterreichischen Nationalbank zur Verfügung gestellt wird. Dieses Instrument wurde zuvor von Daniel Guilet (Beaux Arts Trio), David Oistrach, Henryk Szeryng und Joshua Bell gespielt.
Benjamin Herzl ist Gründer und künstlerischer Leiter des Festivals Concerti Corti, das zu Ehren des österreichischen Regisseurs Axel Corti in Salzburg stattfindet. (https://www.concerticorti.at/)

Company of Music

– Leitung: Johannes Hiemetsberger

Die Company of Music ist Wiens professionelles Vokalsolistenensemble und steht für die singuläre Verbindung von programmatischer Kreativität, stimmlicher Exzellenz, stilistischer Offenheit und musikantischer Musizierfreude – und zwar in maximaler Nähe zu seinem Publikum.
2002 von Johannes Hiemetsberger gegründet, ist das Ensemble fixer Bestandteil des heimischen und internationalen Konzertlebens und verfolgt mit seinen thematisch konzipierten Programmen unaufhörlich das Ziel, seiner Hörer:innenschaft neue Zugänge und Erlebnisräume zu erschließen, in dem es in interdisziplinärem Austausch mit Literatur, Film, Tanz und Performance einen zeitgemäßen Dialog über Kunst im Hier und Jetzt ermöglicht und verfolgt.


Johannes Hiemetsberger und seine Sänger:innen etablieren im Rahmen ihrer Festivalresidenzen (u. a. MontforterZwischentöne, IMAGO DEI, Carinthischer Sommer) zuletzt zahlreiche neue Konzertformate (12 Stunden Konzert, Morgenkonzertzyklen etc.) und konzipieren verschiedene Musikvermittlungskonzepte (Urban Voice Club, COM.positions COM.Hörgänge, COM.panion).

Die künstlerischen Begegnungen (u. a Patricia Kopachinskaja, Ensemble Intercontemporain, Concerto Stella Matutina, RSO Wien) erfolgen dabei auf Einladung renommierter Gastgeber (wie Wiener Konzerthaus, Philharmonie de Paris oder Brucknerhaus Linz) und einschlägiger Festivals (Wien Modern, Musica Milano, Carinthischer Sommer u. a.).

Als wesentlicher Angelpunkt im Repertoire der Company of Music gilt die Auseinandersetzung mit Musik der Gegenwart: Ur- und Erstaufführungen sind fixe Bestandteile der Programmkonzepte Komponist:innen wie Stefano Gervasoni, Manuela Kerer, Bernd Richard Deutsch, Alyssa Aska, Christian Muthspiel, etc. schrieben und schreiben für das „vokale Orchester“, das zudem zahlreiche österreichische Erstaufführungen von Per Norgard, David Lang, Kaja Saariaho, Urgis Praulins, Carolin Shaw und anderen realisierte.

Ergänzend zur zeitgenössischen Vokalmusik reicht die stilistische Bandbreite von Werken des 14. und 15. Jahrhunderts (Machaut, Ockeghem, Lassus) über barocke Meilensteine (Monteverdi, Schütz, Bach) und Schlüsselwerke der klassischen Moderne (Ligeti, Cerha, Boulez, Nono) zu Ausflügen in Richtung Jazz und Pop (Bernstein „Mass“-Gesamteinspielung bei CHANDOS, Album „Light Works“ (COL LEGNO).