Thunder

Sonntag 25.10.2026 18:00 Uhr
Hannes Schöggl – Multipercussion

Zahlenspiele, Stochastische Musik und der Goldene Schnitt

Kristallsaal
Schloss Rothschild
Waidhofen an der Ybbs

Das Werk des Komponisten und Architekten Xenakis ist stark von seinem Interesse an mathematischen und akustischen Gesetzmäßigkeiten geprägt. Aus zufälligen (stochastischen) Phänomenen wie Regen, einer Menschenmasse oder einem Bienenschwarm entwickelte er ab 1954 einen eigenen Musikstil: die stochastische Musik. Darüber hinaus versuchte Xenakis, Verfahren und Erkenntnisse der Spieltheorie, Mengenlehre und der Zahlentheorie in seinen Kompositionen umzusetzen.

Auch das Werk von Bernd Richard Deutsch beschäftigt sich mit Zahlenspielen und Proportionen: Hannes Schöggl: „Das rhythmische Hauptthema besteht aus zwei Schlägen, deren zeitlicher Abstand zueinander nahezu dem Verhältnis des Goldenen Schnitts entsprechen (1:1,61 oder in Prozent ausgedrückt 38,2%:61,8%), dieses Verhältnis breitet sich auch auf die gesamte Form des Stückes aus. Es bestimmt also, wie lang verschiedene Teile dauern und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen. Das zweite wichtige Element im Stück ist die Fibonacci-Folge (2,3,5,8,13,21,34…). Das Hauptthema wird oft wiederholt, immer in einer Zahl aus der Fibonacci-Folge, besonders deutlich ganz am Beginn des Stücks. Interessant ist auch, dass es zwischen der Fibonacci-Folge und dem Goldenen Schnitt einen Zusammenhang gibt, der sich mathematisch nicht in Formeln zusammenfassen lässt. Je weiter die Folge geht, desto mehr nähert sich die Folge an den Goldenen Schnitt an.“

Programm

Bernd Richard Deutsch – ictus
Johann Sebastian Bach – Cello Suite Nr. 1 in G-Dur in der Fassung für Marimba
Michio Kitazume – Side by Side

PAUSE

Peter Eötvös – Thunder
Toshio Hosokawa – Reminiscence
Iannis Xenakis – Psappha

Hannes Schöggl

– Multipercussion

Hannes Schöggl, geb 1993, ist ein in vielen Bereichen aktiver Percussionist und Pädagoge. Sein Master-Studium an der MUK Wien bei Nebojša Jovan Živkovic schloss er 2021 mit Auszeichnung ab. Er ist Mitglied des ensembles XXI. jahrhundert sowie Gründer des Ensembles between feathers und des interdisziplinären Künstler:innenkollektivs arTemporis. Der Preisträger internationaler Wettbewerbe (erster Preis «Marimba» beim Festival Drumsfest Russia) trat als Solist u. a. im Musikverein Wien und Auditorio de Tenerife auf. Er musiziert mit Ensembles wie dem Klangforum, Schallfeld und Studio Percussion ebenso wie mit der Jazz/World-Formation Quetsch ‚n‘ Vibes. Als Pädagoge ist er u.a. an der MUK Wien tätig und war Dozent für das Wiener Konzerthaus und das Europäische Forum Alpbach.