The Brahms Songbook

Freitag 02.11.2018 19:30 Uhr
Lia Pale – Gesang, Flöte, Perkussion Joris Roelofs – Klarinette Ingrid Oberkanins – Perkussion Hans Strasser – Bass Mathias Rüegg – Klavier, Arrangement

Kristallsaal
Schloss Rothschild
Waidhofen an der Ybbs

 

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Frei und nicht (!) einsam. Lia Pale und Mathias Rüegg haben sich im Erforschen des romantischen Liedgutes gefunden. Sie, die Sängerin aus Wels – er, der vielseitige Jazzmusiker aus der Schweiz. Franz Schuberts „Winterreise“, Robert Schumanns Lieder boten bis dato den Untergrund für freies Wandeln und Interpretieren.

Mit dem „Brahms Songbook“ komplettieren Künstler und Künstlerin ihre Trilogie. Mit einer sehr persönlichen Auswahl aus Johannes Brahmsʼ gesamtem Liedschaffen, wobei auch einige seiner Bearbeitungen deutscher Volkslieder auf dem Programm stehen.

Mathias Rüegg blickt dem jungen wie bärtig forschen, bisweilen wortkargen Hamburger als seelenverwandter Wahlwiener über die Schulter. Mit dabei die bestens vertraute Ingrid Oberkanins, die altbewährten Mitstreiter Hans Strasser und Joris Roelofs. Als ganz besonderer Gast tritt eine Bassflöte in Erscheinung. Für den Tod als kühle Nacht, das Dornröschen, die Liebestreu, das Sandmännchen, die schönste Schäferin und die kaum zu umschiffende romantische Schwermut.

Johannes Brahms, der der musikalischen Volksseele nur allzu gern aufs Maul schaute und deren Schätze behutsam hob, ins Kunstlied übertrug, ohne dass das Unmittelbare eines musikalischen Gedankens Schaden nehmen musste. Das „Brahms Songbook“ öffnet genau an jener Schnittstelle seinen Zugriff.

Dazu die unverwechselbare Stimme Lia Pales: „Ihre wunderbare Jazz-Stimme hat Zerbrechlichkeit und Zielstrebigkeit ist erdig und ausdrucksstark, fordert und schmeichelt, und kann aus vermeintlich nüchternen Themen aus klassischer Musik oder Lyrik und Poesie echte musikalische Theaterstücke machen.“ (soultrainonline.de)

Lia Pale

– Gesang, Flöte, Perkussion

Lia Pale, die oberösterreichische Sängerin aus Wels/Oberösterreich, wird 2012 von Mathias Rüegg, dem ehemaligen Gründer und Leiter des Vienna Art Orchestra, in einer seiner Vorlesungen an der Wiener Musikhochschule – dank ihrer kräftigen Mithilfe entdeckt. Lia Pale, die am Adalbert-Stifter-Gymnasium in Linz maturiert hat, genießt bereits in ihrer frühen Jugend klassischen Ballett- und Klavierunterricht und erlernt das Flötenspiel in der städtischen Eisenbahner-Musikkapelle Wels.

Neben ihrer Liebe zu Literatur und zu Filmen entwickelt sich der Gesang jeglicher Art zu ihrer großen Leidenschaft. Nach ihrem Umzug nach Wien erfolgt mit eigenem Trio ein kurzer Ausflug in die Electropopszene. Daneben beginnt Lia ein Gesangsstudium an der Musikhochschule, das sie ein Jahr in Göteborg/Schweden weiterführt und dort vor allem Billie Holiday und Chet Baker, sprich den Jazz, für sich entdeckt. Im Februar 2013 debütiert sie im Porgy & Bess mit einer englischen Fassung der Winterreise Gone Too Far, von Mathias Rüegg arrangiert, die gleichzeitig bei Universal erscheint und sogleich internationale Beachtung findet. Im Februar 2015 erscheint ihr zweites Album, My Poet’s Love mit Rüeggs Vertonungen von Rilke- und Heine-Texten, einer eigenen Dichterliebe ganz im Sinne Robert Schumanns.

Mit ihrer unverwechselbar einnehmenden, charismatischen Art – irgendwo zwischen Jazz, Klassik und Pop – bezaubert sie das Publikum jedes Mal von Neuem und entführt es in eine Welt voll poetischer Fantasie. Insider schätzen ihre außergewöhnliche Phrasierung und ihr perfektes Timing. Dass sich Lia Pale sowohl musikalisch wie auch im Erscheinungsbild jeglichem Zeitgeist entzieht, macht sie zu einer unverwechselbaren, zeitlosen Live-Künstlerin in der Tradition großer Interpretinnen.

Joris Roelofs

– Klarinette

Joris Roeflofs, geboren 1984 in Amsterdam, begann bereits im Alter von sechs Jahren klassische Klarinette zu spielen, mit zwölf Jahren lernte er zusätzlich Alt-Saxophon.

2007 schloss er sein Masterstudium am Konservatorium in Amsterdam ab und zog nach New York. Im selben Jahr noch veröffentlichte er sein Debütalbum Introducing Joris Roelofs (Material Records), mit dem Trio Chamber Tones gemeinsam erschienen zwei weitere Alben (Chamber Tones, The Ninth Planet).

Er erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den Pim-Jacobs-Preis (2001), den IAJE-Stan-Getz/Clifford-Brown-Fellowship-Award (2003) und den Deloitte-Jazz-Award (2004) und spielt mit Künstlern wie Brad Mehldau, Dee Dee Bridgewater, Christina Branco, Lionel Loueke, ICP Orchestra, Han Bennink, James Carter und dem Vanguard Jazz Orchestra.

Seit 2016 unterrichtet Roelofs am Konservatorium in Amsterdam Klarinette und Bassklarinette.

Ingrid Oberkanins

– Perkussion

Ingrid Oberkanins studierte klassisches Schlagwerk am Bruckner Konservatorium in Linz und an der Musikuniversität Wien. Mehrere Jahre war sie als Orchestermusikerin im Jeunesse Orchester Linz unter Franz Welser-Möst und im Jungen Orchester Wien unter Herwig Reiter tätig. Schon während des Studiums beginnt eine intensive Beschäftigung mit Jazz und dem Rhythmusverständnis außereuropäischer Kulturen.

Unterricht u. a. bei José Eladio Amat und Eliel Lazo (Kuba), Dudu Tucci (Brasilien) und Famadou Konaté (Westafrika) erweiterten ihr musikalisches Repertoire.

Hans Strasser

– Bass

Hans Strasser spielt seit seinem 14. Lebensjahr E-Bass und Gitarre und entdeckte mit 16 Jahren sein Liebe zum Kontrabass. Er hatte das Glück bei Josef Nemeth, einem sehr engagierten Musiker und Künstler an der Musikschule Wels, seinen ersten Kontrabassunterricht sowohl klassisch als auch im Jazz zu erhalten. Es folgte ein klassisches Kontrabassstudium am Mozarteum Salzburg bei Prof. Alfred Bürgschwendtner und an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien in der Klasse Prof. Ludwig Streicher.

Hans Strasser wandte sich schon während des Studiums intensiv dem Jazz zu und wurde aufgrund seiner subtilen und versierten Spielweise, bald einer der meist gefragten Bassisten in der österreichischen Szene. Er spielte unzählige Konzerte mit internationalen Jazzlegenden und Stars wie Benny Golson, Art Farmer, Chico Freeman, Sheila Jordan, Lew Tabackin, Karl Ratzer, Pee Wee Ellis, dem Vienna Art Orchestra, er war über 20 Jahre Bassist des international renommierten Fritz Pauer Trios, spielte Bass auf zahlreichen CDs verschiedener österreichischer und internationaler Musikerinnen und Musiker. Er trat auf internationalen Festivals von Tel Aviv bis Havanna auf, spielte in Fernsehshows, bei Theater- und Musicalproduktionen, bei zahlreichen Studiosessions und in unzähligen Clubs Europaweit. Momentan ist er auch Bassist in der Band von Lia Pale, einem Bandprojekt mit Mathias Rüegg.
Seit 2000 ist Hans Lehrer für Jazzkontrabass/E-Bass an der Musikschule in Wien.

Mathias Rüegg

– Klavier, Arrangement

Mathias Rüegg wurde 1952 in Zürich geboren. Er machte seinen Abschluss als Primarschullehrer und unterrichtete zunächst an verschiedenen Sonderschulen. Von 1973 bis 1975 studierte er in Graz klassische Komposition & Jazzklavier und übersiedelte 1976 nach Wien, wo er freiberuflich als Pianist arbeitete. Der Soloarbeit müde geworden, gründete er 1977 das Vienna Art Orchestra, für das er bis heute fast alle Programme schrieb: insgesamt an die 600 Kompositionen und Arrangements. Von 1983 bis 1987 leitete er zusätzlich den Vienna Art Choir.

In den Jahren 1984 bis 1986 wurde er vom amerikanischen Fachmagazin Downbeat zum Arrangeur Nummer eins gewählt. Während seiner Arbeit mit dem Vienna Art Orchestra brachte er sich Management und Organisation selbst bei. Als Leiter internationaler Workshops fungierte er u. a. in Wien, Köln, Hannover, Berlin, Bern und Trento.

Im Auftrag der BBC produzierte er für das Mozartjahr 1991 den Musikfilm Mozart’s Balls. Er ist Gründer des Wiener Jazzclubs Porgy & Bess (und ebenfalls dessen Leiter, bevor der den Club 1996 an Christoph Huber übergab) und Initiator des Hans-Koller-Preises (österreichischer Jazzpreis), des European Jazz Prize und des Staatspreises für improvisierte Musik.

Seit 1994 widmet sich Mathias Rüegg zunehmend der Komposition von Kammermusik. So schrieb er für Corin Curschellas, Michel Portal, Wolfgang Puschnig, Matthieu Michel & Wolfgang Muthspiel Solokonzerte mit Kammerorchester sowie Kompositionen für unterschiedliche klassische Besetzungen. Während 2003 war er zusammen mit Bill Frisell musikalischer Leiter des Festivals „Century of Song“ im Rahmen der Ruhr Triennale. 2005/2006 schreibt er die Trilogie „3“ (American Dreams, European Visionaries, Visionaries & Dreams), die vom VAO anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des VAO 2007 in 15 Ländern gespielt wird. 2008 löst er die Big-Band auf und wandelt sie in ein Kammermusikensemble mit Jazzsolisten um. Die neue Besetzung mit dem Programm THIRD DREAM hatte ihre Premiere im Mai 2009. Im selben Jahr wurde auch sein Klavierkonzert No. 1. im Wiener Konzerthaus uraufgeführt.

Seit 2012 arbeitet er intensiv mit der Sängerin Lia Pale zusammen, mit der er am 14. Februar 2013 in Wien im Porgy & Bess bei der Premiere von GONE TOO FAR (Universal) mit elf Liedern von Schuberts Winterreise als Pianist/Arrangeur sein Comeback feierte. 2015 folgte das nächste Album „my poets love“ (ebenfalls Universal) mit Vertonungen von Rilke- und Heine-Texten. Im selben Jahr arrangiert er für das Orchester von J. C. Cholet und Alban Darche La Rhapsodie Nègre, eine Suite von Francis Poulenc sowie einige kammermusikalische Stücke in Anlehnung an seine Ästhetik. 2016 ist Rüegg für folgende Preise nominiert: den Schweizer Musikpreis, den kanadischen Prix Opus mit dem Orchestre National de Jazz de Montreal in der Kategorie Concert de l’année/Kategorie Jazz et musiques du monde sowie in Österreich mit Lia Pale für den Amadeus.