Silence – ein Tag mit John Cage

Sonntag 24.10.2021 10:30 Uhr
Pierre-Laurent Aimard – Piano

10:30 Uhr
Einführung in die Mykologie mit Stefan Marxer
Pilzbestimmung, Pilzequiz

13:00 Uhr
Pilze essen

16:30 Uhr
Podiumsgespräch mit Markus Hinterhäuser und Pierre-Laurent Aimard
Moderator: Christian Scheib

18:00 Uhr
Konzert Pierre-Laurent Aimard

Schloss Rothschild
Waidhofen an der Ybbs

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Ein Tag mit John Cage! Das heißt ein Tag voller in sich gekehrter Denkanstöße. Sporenversetzt eröffnet sich „eine Erkundung des Absichtslosen“. Der Mann, der den Begriff des musikalischen Kunstwerks im 20. Jahrhundert wie kein zweiter erweitert hat, war ebenso ein Mykologe, ein Pilzexperte und -kenner.

Der Zweifarbige Wasserkopf wurde ihm zu Ehren „Cortinarius cagei“ benannt. Abseits seiner Pilzleidenschaft stellte Cage im schalldichten Raum fest: „Ich hörte, dass Schweigen, dass Stille nicht die Abwesenheit von Geräuschen war, sondern das absichtslose Funktionieren meines Nervensystems und meines Blutkreislaufs. Ich entdeckte, dass die Stille nicht akustisch ist. Es ist eine Bewusstseinsveränderung, eine Wandlung. Dem habe ich meine Musik gewidmet. Meine Arbeit wurde zu einer Erkundung des Absichtslosen.“ Eine präparierte Stille. Ein Fest des individuell Freien. John Cage auf die Frage, ob auch das Öffnen einer Türe Kunst sein könne: „Wenn Sie es zelebrieren, ist’s Kunst. Wenn nicht, nicht.“

Programm

 

John Cage (1912-1992):

Quest

Charles Ives (1874-1954):

Three Improvisations

John Cage:

Music for piano

Olivier Messiaen (1908-1992):

Modes de valeurs et d’intensités

John Cage:

Seven Haiku

Pierre Boulez (1925-2016):

Notations Nr 1 , 10 und 9

John Cage:

4’33

György Kurtág (*1926):

…just for nothing …
Blumen die Menschen… (4a)
(häschen hockt im gras …)
Der Geist ist freies Wildtier …
Hommage à Balint Endre
(schläfrig)
Knoten (1)
Hommage à Vidovszky (Rufnummern unserer Liebsten 2)
Elegie für die linke Hand
…für Heinz…
Hommage à Georg Kröll 70

John Cage:

One

Helmut Lachenmann (*1935):

Guero

John Cage:

Etudes boréales I-IV

*****

 

Die Tageskarte beinhaltet:

10:30 Uhr
Einführung in die Mykologie mit Stefan Marxer
Pilzbestimmung
Pilzequiz – basierend auf dem Fernsehquiz des italienischen Fernsehsenders RAI aus dem Jahr 1959 „„Lascia o Raddoppia?“
Cage gewann in dieser Sendung, für die er sich das Thema „Pilze“ aussuchte, die maximal erreichbare Gewinnsumme von umgerechnet circa 8000$.

13:00 Uhr
Pilzeessen im Restaurant Schlosswirt – Dreigängiges Pilzemenü mit Weinbegleitung

16:30 Uhr
Podiumsgespräch mit Markus Hinterhäuser und Pierre-Laurent Aimard über den Einfluss von John Cage auf die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts.
Moderator: Christian Scheib

18:00 Uhr
Konzert des französischen Ausnahmepianisten Pierre-Laurent Aimard mit Werken von John Cage, Charles Ives, Olivier Messiaen, Pierre Boulez, György Kurtág, Helmut Lachenmann sowie Kompositionen des 20. Jahrhunderts.
Anschließend: „get together“ mit dem Künstler.

*****

Die Konzertkarte beinhaltet:

16:30 Uhr
Podiumsgespräch mit Markus Hinterhäuser und Pierre-Laurent Aimard über den Einfluss von John Cage auf die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts.
Moderator: Christian Scheib

18:00 Uhr
Konzert des französischen Ausnahmepianisten Pierre-Laurent Aimard mit Werken von John Cage,Charles Ives, Olivier Messiaen, Pierre Boulez, György Kurtág, Helmut Lachenmann sowie Kompositionen des 20. Jahrhunderts.
Anschließend: „get together“ mit dem Künstler.

Pierre-Laurent Aimard

– Piano

Pierre-Laurent Aimard wird in der Musikwelt als eine Schlüsselfigur der Musik unserer Zeit gefeiert, es verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit vielen führenden Komponisten, darunter György Ligeti, dessen Gesamtwerk er für Klavier aufgenommen hat. Er arbeitete auch mit Karlheinz Stockhausen, George Benjamin und Pierre Boulez zusammen, der den 19-jährigen Aimard zum ersten Solopianisten des Ensemble intercontemporain ernannte. Von The Guardian als „einer der besten Messiaen-Interpreten“ gelobt, hatte Aimard engen Kontakt zum Komponisten und seiner Gattin Yvonne Loriod, bei der er am Pariser Konservatorium studierte.
In der Saison 2021/22 tritt Pierre-Laurent Aimard mit führenden Orchestern und Dirigenten auf, den Münchner Philharmonikern unter Kent Nagano, dem Philharmonia Orchestra unter Pablo Heras-Casado, dem hr-Sinfonieorchester unter Alian Altinoglu, den Wiener Symphonikern unter David Afkham. Mit dem San Francisco Symphony Orchestra unter Esa-Pekka Salonen wird Pierre-Laurent Aimard Bartóks Klavierkonzerte Nr. 1 & 3 einspielen.
In Recital- und Kammermusikprojekten engagiert sich Pierre-Laurent Aimard für zeitgenössische Komponistinnen und Komponisten und spielt in dieser Saison Werke von Klaus Ospald und Mark Andre. Außerdem interpretiert er Messiaens „Vingt Regards“ in der Philharmonie de Paris und im Concertgebouw Amsterdam und spielt mit führenden Instrumentalisten wie Mark Simpson und Jean-Guihen Queyras in Trio-Recitals Werke von Lachenmann im Auditorio Nacional de Música und in der Elbphilharmonie.

Pierre-Laurent Aimard war in der Saison 2020/2021 „Artist in Resonance“ des Musikkollegium Winterthur, weitere Höhepunkte waren Recitals in Paris mit Bachs wohltemperiertem Klavier und Auftritte bei den Kunstfestspielen Herrenhausen mit Birtwistles „Keyboard Engine“ für zwei Klaviere. Bei den BBC Proms spielte Pierre-Laurent Aimard Ravels Konzert in G-Dur an der Seite von Sir George Benjamin und dem Mahler Chamber Orchestra.
Nachdem Aimard vor kurzem eine neue CD mit Beethovens Hammerklavier-Sonate und den Eroica-Variationen für das Label Pentaton mit großem Beifall veröffentlicht hat, wird er 2022 auch eine neue Aufnahme von „Visions de l’Amen“ mit Tamara Stefanovich herausbringen. In der letzten Spielzeit wurde auch Messiaens opus magnum „Catalogue d’oiseaux“, erschienen bei Pentatone mit mehreren Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem renommierten „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“.