Orpheus und Eurydike

Sonntag 16.10.2022 18:00 Uhr
Wolfram Berger

Ensemble Serenata Austria

Flöte: Patric Pletzenauer
Klarinette: Maria Fuchsluger, Thomas Maderthaner
Oboe: Lorenz Maderthaner, Anna Sophie Kolbeck
Fagott: Anna Beres, Gabriele Handsteiner
Horn: Walter Reitbauer, Thomas Pechgraber

Kristallsaal
Schloss Rothschild
Waidhofen an der Ybbs

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Für das erste Konzert des Klangraum im Herbst 2022 hat Intendant Thomas Bieber eine exklusive Maßanfertigung in Auftrag gegeben. Ausgestattet mit gleich zwei Premieren im kreativen Knopfloch: Christoph Willibald Glucks Oper „Orpheus und Eurydike“ wird zum ersten Mal überhaupt in einer Fassung für Harmoniemusik für 9 Bläser zu hören sein.

Komponist, Flötist und Meisterarrangeur Alexander Wagendristel hat Christoph Willibald Glucks Opernpartitur für die Besetzung einer klassischen Harmoniemusik für 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Hörner, 2 Fagotte plus 1 Flöte bearbeitet. Das Ensemble Serenata Austria musiziert mit Frische und den gepriesenen Vorzügen des Wiener Klangstils. Zweite Überraschung, ganz gegen düstere Wiener Gepflogenheiten, wo der Tod zu den Lebendigsten der Sterbenden gehört: das Publikum darf ein Happy End erwarten. Einfühlsam pointiert, erzählt von Schauspieler Wolfram Berger mit seiner markanten Stimme und seinem Sinn für Zwischentöne.
So führen Glucks Arien und Instrumentalstücke, die durch Bearbeitungen zu Gassenhauern und Klassik-Hits wurden, zu Wohlbefinden, gebettet im klassischen „Gluck-Glück“ des streitbaren wie erfolgreichen Opernreformators. Happy End! Lieto fine! Orpheus Ratlosigkeit um seine berühmte Arie findet einen guten Ausgang. „Che farò senza Euridice?“ – „Ach, ich habe sie verloren, all mein Glück ist nun dahin! Wär’, o wär’ ich nie geboren, weh, dass ich auf Erden bin!“ wird mit Genuss aus dem gewohnten Verlauf der sich breitmachenden Melancholie losgelöst. Der Sänger und Dichter der griechischen Mythologie bekommt eine dritte Chance, nachdem er die zweite, indem er sich nach Eurydike entgegen des Verbots umgedreht hat, nicht nützen konnte. Orpheus darf seine Eurydike aus dem Totenreich zurückholen. Amor jubiliert, die Liebe triumphiert über den Tod.
Der Schluss ist wie die Harmoniemusik selbst neu arrangiert worden: Amor, der Gott der Liebe, verkündet Orpheus die verzeihende Gnade der Götter und Eurydike wird dem Leben zurückgegeben. Das wiedervereinigte Paar huldigt dem Liebesgott in einem Dankfest. Triumph sei dir, Eros! Was danach passiert, verbleibt im Reich der verliebten Fantasie.
Wolfram Berger greift auf Texte der großen klassischen Poeten der römischen Antike Vergil und Ovid zurück und spannt den Bogen bis zur gegenwärtigen Erzählkunst von Michael Köhlmeier.
„Orpheus und Eurydike“ finden im Klangraum ihr Glück. Der Mythos kann mit Harmoniemusik befreit durchatmen.