Liebst Du um Schönheit

Freitag 06.11.2020 19:30 Uhr
Theresa Kronthaler – Mezzosopran Daniel Heide – Klavier

Kristallsaal
Schloss Rothschild
Waidhofen an der Ybbs

Bereits im Frühjahr gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit

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Zuletzt war Theresa Kronthaler 2018 mit ihrem Trio zu Gast im Klangraum. Damals hieß es: „Theresa Kronthaler packt die Klassik von ungewohnter Seite und zeigt dabei gleichzeitig die DANN dieser Musik. Es „popt“ auf: von Purcell bis Händel.“ Es popt aber auch auf, wenn die ausdrucksstarke Sängerin einen Liederabend konzipiert.

Feinsinnige Lieder von Gustav Mahler, frühe Lieder von Richard Strauss und Arnold Schönbergs „Das Buch der Hängenden Gärten“ op. 15 musiziert. Ein wahres Abenteuer der Jahrhundertwende, wo nichts bleiben wollte, so wie es im menschlichen Gemüte recht wäre.

Neue Zeiten. 12 gleichberechtigte Töne – Aufruhr! „Watschenkonzerte“. Sigmund Freud! Einerseits. Die zwei großen kriegerischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts andererseits. Und damit einhergehend ein vernichtender Garaus alles Kulturellen, Geistigen – ein grausamer Kahlschlag. Heimweh im Exil.

Bei Arnold Schönbergs vertonten Gedichten handelt es sich um Texte des deutschen Dichters Stefan George. Schönberg bricht mit der traditionellen Harmonielehre und dem gewohnten Umgang mit Dissonanzen. Er steht am Beginn seiner „atonalen“ Phase. Wobei der Begriff unglücklich gewählt ist. Ohne Ton ist sie keineswegs, die Musik Schönbergs. Vielmehr expressiv, den Bildern seines Freundes Wassily Kandinsky gleich. „Liebe die Sonne …, Liebe den Frühling …, Liebe die Meerfrau!“ Hier spannt Friedrich Rückert den Leitfaden in das Tongewebe. Ein Sprachgenie, das vielen Komponisten den Weg wies: Gustav Mahler, Richard Strauss, Arnold Schönberg – einmal um die Wiener Ringstraße und hinaus ins Grüne. Durchatmen und entdecken.

Programm folgt

 

Theresa Kronthaler

– Mezzosopran

Theresa Kronthaler wurde in Würzburg geboren und wuchs in Rom auf, wo sie sich schon früh für den Gesang und die Schauspielerei begeisterte. Sie erhielt in Italien Gesangsunterricht bei Elio Battaglia in Turin. Nach einem Studium der Theaterwissenschaften in London zog sie 2002 nach Berlin und studierte an der Hochschule für Musik Hanns Eisler bei Prof. Renate Faltin und Prof. Julia Varady. Sie besuchte Meisterklassen von Dietrich Fischer-Dieskau, Christa Ludwig und Thomas Quasthoff.

Ihrem frühen Debüt auf der Opernbühne als Prinz Orlowsky (Die Fledermaus) an der Opfer Genf folgte ein Festengagement an der Deutschen Oper am Rhein, wo Theresa Kronthaler zwischen 2009 und 2012 u.a. als Hänsel (Hänsel und Gretel), Annio (La clemenza di Tito) und Dorabella (Così fan tutte) zu hören. Ihr Debüt an der Frankfurter Oper gab sie als Sesto in Georg Friedrich Händels Giulio Cesare in Egitto, ihr Hausdebüt am Theater an der Wien erfolgte als Isoletta in Vincenzo Bellinis La Straniera an der Seite von Edita Gruberová und Marlis Petersen.

Von 2012 bis 2016 war Theresa Kronthaler festes Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin und wirkte dort unter anderem in Produktionen wie Orpheus, Giulio Cesare, Xerxes, Figaros Hochzeit, Così fan tutte, La clemenza di Tito, Hoffmanns Erzählungen, Hänsel und Gretel und Die schöne Helenamit. Sie ist regelmäßiger Gast am Theater Bremen, wo sie in den vergangenen Jahren in der Titelpartie von Georges Bizets Carmen, als Marguerite in Hector Berlioz’ La Damnation de Faust und als Elisabetta in Gaetano Donizettis Maria Stuarda zu hören war. Internationale Aufmerksamkeit erregte Theresa Kronthaler durch ihre Teilnahme an Arno Schreiers Uraufführung von Hamletam Theater an der Wien unter Leitung von Michael Boder.

In der Spielzeit 2018/2019 kehrte Theresa Kronthaler als Eglantine in Carl Maria von Webers Euryanthe wieder an das Theater an der Wien zurück und verkörperte an der Vlaamse Opera Antwerpen die Dame in Paul Hindemiths Cardillac. Einen besonderen Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere stellte das darauffolgende Hausdebüt am Teatro Real in Madrid dar, wo sie als Clairon in einer Neuproduktion von Richard Strauss‘ Capriccio zu hören war. Nachdem Theresa Kronthaler in der vergangenen Spielzeit ihre künstlerische Zusammenarbeit mit dem Theater an der Wien u.a. im Rahmen der Uraufführung von Christian Josts Egmont fortsetzte, wird sie in der aktuellen Saison 2020/2021 gleich zweimal in Franz Lehárs Die lustige Witwe zu erleben sein: als Hanna Glawari am Teatro Regio di Torino und als Valencienne an der Dutch National Opera in Amsterdam.

Ihre Tätigkeit als gefragte Konzertsängerin abseits der Opernbühne führte sie bisher an eine Vielzahl von Orten, mit Auftritten u.a. in der Sankt Petersburger Philharmonie, der Berliner Philharmonie, dem Konzerthaus am Gendarmenmarkt, der Tonhalle Düsseldorf, sowie auf Konzertreisen nach Italien, Spanien, in die Ukraine, die Schweiz und Ägypten. Bei den Dresdner Musikfestspielen gastierte sie als Solistin in Rossinis Petite Messe solenelle. Ihrem Debüt im Wiener Musikverein in Gustav Mahlers Symphonie Nr. 8schloss sich eine ausgedehnte England-Tournee mit dem Brucknerorchester Linz unter Leitung von Markus Poschner an, wo Gustav Mahlers Symphonie Nr. 2 auf dem Programm stand. Unter Markus Poschner gastierte sie zudem in Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem beim Orchestra della Svizzera Italiana. Weitere konzertante Höhepunkte beinhalten Beethovens Symphonie Nr. 9 mit dem European Youth Orchester unter dessen Chefdirigenten Vasily Petrenko beim Grafenegg Festival, am Berliner Konzerthaus und dem Bozen Festival, sowie beim Festival de La Chaise-Dieu unter Jérémie Rhorer und dessen Le Cercle de l’Harmonie. Mozarts Requiem hingegen stand bei konzertanten Auftritten in der Berliner Philharmonie und dem Wiener Konzerthaus im Mittelpunkt. Als Solistin in Beethovens Missa Solemnisschließlich wird Theresa Kronthaler in der laufenden Konzertsaison beim Danish National Symphony Orchester unter Leitung von Fabio Luisi zu erleben sein.

Theresa Kronthalers erstes Soloalbum mit dem Titel The Living Loving Maid ist 2015 bei Sony Classical erschienen und wird in der Spielzeit 2019/2020 auch im Rahmen des Mosel Musikfestivals erklingen.

Daniel Heide

– Klavier

Der aus Weimar stammende Pianist Daniel Heide zählt zu den gefragtesten Liedbegleitern und Kammermusikern seiner Generation. Er konzertiert in Konzertreihen und Festivals in ganz Europa und Asien, u.a. in den Konzerthäusern in Wien, Berlin und Dortmund, der Wigmore Hall London, bei der Schubertiaden in Schwarzenberg/Hohenems (A) und Vilabertran (ESP), dem Heidelberger Frühling und dem Oxford-Liedfestival.

Zu seinen ständigen Partnern zählen Sänger und Sängerinnen wie Andrè Schuen, Christoph Prégardien, Simone Kermes, Britta Schwarz und Roman Trekel und Tobias Berndt. Ausserdem spielt er Liederabende mit Regula Mühlemann, Fatma Said, Christina Landshamer, Benjamin Appl, Sheva Tehoval, Dietrich Henschel, Dorottya Lang, Patrick Grahl, Katharina Konradi, Hanno Müller-Brachmann, Luca Pisaroni und Johannes Weisser.
Ebenso liebt er die Arbeit im melodramatischen Kontext mit Sprechern und Schauspielern wie u.a. Christian Brückner, Udo Samel, Thomas Thieme, Markus Meyer und Hanns Zischler. Mit der deutsch-griechischen Mezzosopranistin Stella Doufexis verband ihn eine enge Zusammenarbeit. Ihre gemeinsam aufgenommene CD »Poemes« mit Liedern von Claude Debussy erhielt den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Als Partner in Sonatenabenden konzertiert er u.a.mit Solisten wie Sabine Meyer, Andreas Willwohl, Tabea Zimmermann, Antje Weithaas, Wolfgang Emanuel Schmidt, Jens Peter Maintz und Danjulo Ishizaka u.a..
Er ist Begründer und künstlerischer Leiter der Konzertreihe »Der lyrische Salon – Liederabende auf Schloss Ettersburg«. Diese Konzertreihe existiert seit 2011 als eine der wenigen reinen Liederabendreihen weltweit. Als pianistischer Partner einer Vielzahl renommierter Gesangssolisten hat er dort schon über 50 Liederabende aufgeführt. Seine erste CD mit Liedern von Robert Schumann, Hugo Wolf und Frank Martin, die er gemeinsam mit dem Südtiroler Bariton Andrè Schuen beim Label AVI aufgenommen hat, ist im Sommer 2016 mit dem ECHO Klassikpreis in der Kategorie »Bester Nachwuchssänger« ausgezeichnet worden. Die aktuelle CD des Duos Schuen/ Heide „Wanderer“ mit Liedern von Franz Schubert war 2018 in den Top 20 der Klassikcharts gelistet.