Kaiser Joseph II und die Bahnwärterstochter

Sonntag 06.10.2019 18:00 Uhr
Wolfram Berger Christian Bakanic – Akkordeon

Schloss Seisenegg
Seisenegg 1
3322 Viehdorf

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Abgefahren! Wolfram Berger besteigt einen absurd skurril, zutiefst österreichischen Zug. Der vielseitige Schauspieler übernimmt in dem parodistischen Spiel „Kaiser Joseph II. und die Bahnwärterstochter“ von Fritz Herzmanovsky-Orlando alle 30 Rollen (!). Musikalisch entsprechend begleitet vom Akkordeonisten Christian Bakanic.

An der Bahnstation Wutzelwang am Wutzel spiegeln sich die letzten Jahre des alten Kaisers. Hier leben Bahnwärter Zwölfaxinger und seine lockige Tochter Innozentia, genannt Nozerl. Das Dasein geht beschaulich vonstatten, täglich passiert nur ein Zug, wenngleich auch nicht zu festgelegten Zeiten, der Zwölfuhrzug kommt gerne einmal um halb acht am Abend. Dennoch: Die Belegschaft hat wenig zu tun – ein Umstand, den das männliche Personal nicht selten nutzt, um in den umliegenden Wäldern wildern zu gehen. Eines schönen Tages fährt ein „schlichter, doch vornehmer Reisender“ per Sonderzug ein. Schon bald entwickelt sich ein gewisses Naheverhältnis zwischen Nozerl und dem Herrn. Es handelt sich um den Kaiser persönlich, von Nozerl unerkannt. Jener stellt die heimkehrenden Wilderer zur Rede, er bezichtigt sie, „adlige Jagdlust zu verhöhnen“. Schließlich trifft auch noch der britische Botschafter ein – mit einer für Österreich bedeutsamen Mitteilung.

Das zu Lebzeiten seines Autors nicht veröffentlichte Werk wurde posthum am 10. Jänner 1957 in den Münchner Kammerspielen in der Bearbeitung von Friedrich Torberg uraufgeführt. Wolfram Berger hat nun eine Theaterfassung erarbeitet, die wieder nahe am Originalwerk Herzmanovsky-Orlandos ist. Musikalisch begleitet von Christian Bakanic, verkörpert Wolfram Berger alle Rollen im letzten Bühnenstück des Autors.

Wolfram Berger

Schauspieler, Sänger, Kabarettist, Film- und TV-Schauspieler, Regisseur und Produzent ungewöhnlicher Theaterabende abseits des Mainstreams.
„… nein, in eine Schublade passt er nicht rein, dafür ist er zu vielseitig. In eine leicht sperrige Kommode vielleicht, ohne Deckel, eine mit verwirrend vielen Fächern …“ (Tagesanzeiger Zürich)

1945 in Graz geboren und aufgewachsen.
Mit Tarnen und Täuschen durch die Schulzeit.
Schauspielausbildung in Graz und eine sogenannte „Bilderbuchkarriere“ als Schauspieler und Regisseur an wichtigen deutschsprachigen Bühnen (Basel, Zürich, Stuttgart, Bochum, Wien).

Seit 1980 freischaffend.

Parallel zu seinen Bühnenauftritten immer wieder Kino- und TV-Filme in der Schweiz, Deutschland und Österreich.
Unzählige Radio-, Hörspiel- und Hörbuchproduktionen sind das Ergebnis seiner Liebesaffäre mit dem Mikrofon.
Die Zusammenarbeit mit Musikern aus allen Genres ist für Wolfram Berger Quell der Inspiration für seine „Kleinkunst-Programme“.
(siehe www.bergerwolfram.at)

Preise (Auswahl):
„Father of Art“ (Hauptrolle) – Beverly Hills Festival 2018 (USA)
„Best Actor in Father of Art“ – Ouchy Filmfestival 2019 (CH)
„Bester Darsteller“ – Zonser Hörspielpreis 2018 (D)
„Bester Darsteller“ – Nominiert für Schweizer Filmpreis 2016
„Best Actor 2015“ – Montréal World Film Festival (CAN)
„ORF – Schauspieler des Jahres 2001“
„Salzburger Stier 1997“

Hörbücher:
Preis der Schallplattenkritik:
„Wölflisches Gejandl einer bayerischen Schwittersmutter“
„Verdi. Roman der Oper“ (Franz Werfel)

Bestenlisten (Auswahl):
„Der Mann ohne Eigenschaften“ (der gesamte Roman als Solo-Lesung)
„Geister von Princeton“
„Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“
etc.

Christian Bakanic

– Akkordeon

Christian Bakanic, österreichischer Akkordeonist und Komponist, studierte Volksmusik am Johann-Joseph-Fux-Konservatorium in Graz, klassisches Akkordeon an der Musikuniversität und hat sich als Jazzmusiker in Österreich bereits einen Namen gemacht.
Seine musikalischen Zugänge und Erfahrungen vermischen sich auf subtile Weise in seinen Kompositionen und verbinden die komplexe Spontaneität des Jazz, die temperamentvolle Leidenschaft des Tango Nuevo, das disziplinierte Moment der Klassik mit vielschichtigen Traditionen europäischer Volksmusik.

Die Quintessenz von Christian Bakanics Arbeit ist die stete Bewegung, der immerwährende Austausch und nicht zuletzt die spannende Suche nach neuen Möglichkeiten. Mit Neugier und Leidenschaft befeuert er seinen kreativen Motor, während er seine Hörer mit Authentizität und Virtuosität überzeugt.

„Dass das Akkordeon in den letzten Jahren sein Image radikal verbessern konnte, ist nicht zuletzt Virtuosen wie Christian Bakanic zu verdanken.“
Den Musiker, der neben Akkordeon auch Bandoneon, Steirische Harmonika, Klavier und Percussion spielt, kennt man von den hochgelobten Formationen „Beefolk“ und „Folksmilch“ ebenso wie von seinem exzellenten „Trio Infernal“, das dem Modern Jazz zuzuordnen ist.

Dass auch Starpianist Markus Schirmer für sein Projekt „Scurdia“ Bakanic angeworben hat, beweist einmal mehr dessen Können und Reputation.“
(Eva Schulz, Kleine Zeitung, 11. 11. 2011)

Zusammenarbeit mit verschiedenen Musikern aus unterschiedlichsten Genres wie Wolfgang Muthspiel, Heinrich von Kalnein, Klaus Johns, Miguel Herz-Kestranek, Josef Pichler, Alex Deutsch, Markus Schirmer, Gwylim Simcock, Wolfgang Puschnig, Jon Sass …

In den letzten Jahren ist Christian Bakanic auch als Komponist tätig; Kompositionsauftrag für „Grabenfest der ÖBV 2006“, verschiedene Aufträge für Theatermusik (Bully me, Ein Schaf fürs Leben, Mein Hundemund …), Kompositionen im Bereich Jazz, Folk und neuer Musik.