Happy Birthday, Mr. Theremin!

Donnerstag 15.10.2020 19:30 Uhr
Dorit Chrysler – Theremin, Stimme, Elektronik Arno Waschk – Klavier

Kristallsaal
Schloss Rothschild
Waidhofen an der Ybbs

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Karten sind auch an der Abendkasse erhältlich

Play the Theremin!
14.& 15. Okt. Kristallsaal Waidhofen/Ybbs
Theremin-Workshops mit Dorit Chrysler
– mehr Infos unten

Geburtstag feiert nicht der Erfinder selbst. Seine geniale Erfindung erblickte vor genau 100 Jahren das Licht der Welt. Besser gesagt, den Klang der Welt. Wie funktioniert es? Im Spiel mit dem Theremin beeinflusst die elektrische Kapazität des menschlichen Körpers ein elektrisches Feld. Dabei steuert die Position der Hände gegenüber zwei Elektroden, den sichtbaren „Antennen“, die Stärke der Veränderung. Die sich ändernde Schwingung des Feldes wird verstärkt und als Ton über einen Lautsprecher ausgegeben.

Als das außergewöhnliche Instrument vorgestellt wurde, schrieb die Presse staunend fasziniert, „dass man die Musik einfach mit der Hand aus der Luft holen kann“. So wirkt es auch, wenn die gebürtige Grazerin Dorit Chrysler – Komponistin, Produzentin, Sängerin, Künstlerin! – „performed“. Sie machte ihren Weg über die Szene in New York, entdeckte das Theremin für ihre Kunst und gilt seither als international gefragte Spielerin dieser genialen wie einfachen technischen Erfindung. Sie gestaltet Installationen, komponiert Filmmusik, zuletzt für David Schalkos Fernsehserie „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“, produzierte ein zehnköpfiges Theremin-Konzert für die Disney Hall in Los Angeles. Der Sound fasziniert Popmusiker wie Gruselfilmer, Science-Fiction-Fans wie Synthi-Pioniere.

Dorit Chrysler spürt unter dem Motto „Sounds from the Ether“ der hundertjährigen Geschichte des Theremins nach. Einfühlsam, shocking, cool und spacig. Der Sound des Theremins ist im wahrsten Sinn des Wortes nicht zu fassen. Und das macht Dorit Chryslers künstlerische Umsetzung so faszinierend. Eine wahre „Wundermaschine“. Auf die Idee kam sein Erfinder Lew Theremin (1896–1993) übrigens durch ein kaputtes Radiogerät. Dessen Brummtöne wurden zu Musik. Don’t touch! Das Instrument für das Corona-Jahr – Corona im Italienischen auch Zeichen wie ältere Bezeichnung für Fermate, „stillstehen“, „anhalten“.

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Programm

1. Aquarium (Saint Saens)
2. Warsaw Fantasy 1.3 (Chrysler/Waschk)
(15min)

3. The Swan (Saint Saens)
4. Petrucci Variations (Chrysler/Waschk)
5. The World’s Greatest (R. Kelly)
(30min)

6. The Day the Earth Stood Still/Carlotta (B.Herrmann)
7. Linearities (Chrysler/Waschk)
8. Gymnopedie 2 (Eric Satie)
(45min)

9. Paraphrases (Laurie Spiegel)
10. Rosemary (Chrysler/‘Waschk)
11. Hubbards Death (Will Bates)
12. Tango Jealousie (Jakob Gade)
13. World’s Greatest (R. Kelly)
14. Gymnopedie 1 (Eric Satie)
(70+min)

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Play the Theremin!

14.& 15. Okt. Kristallsaal Waidhofen/Ybbs
Theremin-Workshops mit Dorit Chrysler:

Mittwoch, 14. Oktober, 15:00 Uhr
Theremin-Workshop für Kids von 4-7 Dauer: 45 min.
Mittwoch, 14. Oktober, 18:00 Uhr
Theremin-Workshop für Jugendliche und Erwachsene, Dauer 60 min.
Donnerstag, 15. Oktober, 15:00 Uhr
Theremin-Workshop für Kids von 8-12 Dauer: 60 min.

Kostenbeitrag Kids: 20.-
Kostenbeitrag Erwachsene: 30.-
Maximale Teilnehmerzahl pro Kurs: 9
Die Theremine für die Kurse werden von der Künstlerin zur Verfügung gestellt.

Anmeldung über: theremin@klangraeume.at

Der Kostenbeitrag wird vor Ort bezahlt.

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Dorit Chrysler

– Theremin, Stimme, Elektronik

Geboren in Graz, sang Dorit mit 7 an der Grazer Oper und spielte in ihrer ersten Band als Teenager, vertreten auf dem Sampler „Zebra Graz“. Nach dem Studium der Musikwissenschaft und Publizistik in Wien emigrierte Dorit nach New York und startete dort das Musikprojekt ,Halcion‘. Als freischaffende Komponistin begründete sie die NY Theremin Society und ist seither einer der prominentesten Virtuosen des Theremins, das 1920 erfundene erste elektrische Instrument, das ohne Berührung gespielt wird.

Weltweite Auftritte, u. a. als Solistin für die San Francisco Symphony, Wiener Konzerthaus, Roskilde und Coachella Festival folgten, sowie Auftragskompositionen für MoMA, Venedig Biennale und den Steirischen Herbst u.v.m.
Dorit hat die Filmmusik für „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ von David Schalko komponiert. Die Theaterproduktion „3 Episodes“ der Wiener Festwochen, für die Dorit die Musik komponierte, erhielt den Nestroypreis in 2019.
Weitere Projekte: HBO’s Doku-Film „Going Clear“ features Dorit on Theremin. Kollaborationen u. a. mit CERN, Elliot Sharp, Cluster, Trentemøller, Musik Pioneer Laurie Spiegel, Philippe Quesne (Theater Nanterre Amandiers) u.v.m.

Als Kuratorin des Moving Pattern Festivals des ACFNY hat Dorit das „Dame Electric“ Festival gegründet, welches weiblichen Pionieren der analogen Musik gewidmet ist, mit Editionen in New York und Paris.
Dorit ist die Gründerin der ersten internationalen Theremin-Schule in NY (KidCoolThereminSchool) und Paris (L’Ecole Theremine) und unterrichtet weltweit, u. a. Lektios über das Theremin an der Harvard University, der Sibelius Academy Helsinki, Keynote Speaker von NIME und der Kopenhagen Musik Universität. Sie ist der Rezipient des Knightsbridge Foundation Grants „Detroit Houseguests“ mit Residenzen im GaiteLyrique (Paris) und Pionierworks (NY) und produzierte ein zehnköpfiges Theremin-Konzert für die LA Disney Hall.

In einem Konzertreview bezeichnet The Wall Street Journal Dorit Chrysler als „Futuristische Lotte Lena“ und der Hollywood-Reporter lobt Dorits Kompositionsarbeit für „M“. Als artistic director der NY Theremin Society kuratierte Dorit ,THEREMIN 100‘ eine Kompilation featuring 50 Komponisten aus 18 Ländern, den 100. Geburtstag des Theremins zelebrierend, veröffentlicht im Jänner 2020.

www.nythereminsociety.org
www.doritchrysler.com

Arno Waschk

– Klavier

Arno Waschk wurde 1973 in München geboren.
Seine Musikalische Ausbildung als Pianist und Dirigent erhielt er an den Hochschulen in München und Berlin, sowie als Privatstudent von Ferenc Rados in Budapest.
Arno Waschk pflegt ein ausgedehntes Repertoire als Konzertpianist, im Bereich der Kammermusik, mit Schwerpunkten im Bereich der Musik des 21. Jahrhunderts und experimenteller Formen von Konzert und Performance.


Seit etwa 2004 liegt der Schwerpunkt seiner dirigentischen Arbeit im zeitgenössischen Musiktheater. Er war musikalischer Leiter von zahlreichen, oft genreüberschreitenden Produktionen, darunter 2010 ein Abend mit Werken von Peter Maxwell Davies und Salvatore Sciarrino (Staatsoper Berlin), 2013 „Wie ich Welt wurde“ von Hans Neuenfels (Oper/Schauspiel Zürich), 2014 „Happy happy“ von Mathis Nitschke (Oper Montpellier), 2015 „My Square Lady“ mit Gob Squad (Komische Oper Berlin) und 2017 „Tre Volti“ von Annette Schlünz/Claudio Monteverdi (Schwetzinger Festspiele).
Seit 2004 ist Arno Waschk auch als Komponist für Theater- und Musiktheaterproduktionen tätig. Hier erregte er besonderes Aufsehen mit seinen Beiträgen zu den Theaterwerken Christoph Schlingensiefs „Kunst und Gemüse“ 2004, “Mea Culpa” 2009 und “Via Intolleranza II” 2010, deren musikalische Leitung er auch jeweils innehatte. In dieser Funktion war er Gast beim Berliner Theatertreffen 2005 und 2011. 2019 wurde „3 Episodes of Life“, eine Produktion der Wiener Festwochen mit Markus Öhrn und Dorit Chrysler mit dem „Nestroy“ ausgezeichnet.
In der Spielzeit 2015/16 war er erstmals auch als Theaterautor und Regisseur tätig; die Uraufführung seines Theaterstück „Der erste Amerikaner, der den Kolumbus entdeckte…“ inszenierte er am Staatstheater Darmstadt.
Zu seinen jüngeren Kompositionen zählen Bühnenmusiken für “Antigone” am Residenztheater München 2016 (Regie: Hans Neuenfels), sowie die Uraufführung seiner Molotow-Cocktail-Oper „Verbrannte Erde“ im Rahmen der Maifestspiele 2017 am Staatstheater Wiesbaden.
Von 2005 bis 2008 wirkte er im Rahmen eines Lehrauftrags an der Universität der Künste Berlin.
Arno Waschk ist als regelmäßiger Klavierpartner von Klaus Maria Brandauer Gast auf zahlreichen Festivals.