Happy Birthday, Mr. Theremin!

Donnerstag 15.10.2020 19:30 Uhr
Dorit Chrysler – Theremin, Stimme, Elektronik

Kristallsaal
Schloss Rothschild
Waidhofen an der Ybbs

→ Der Kartenverkauf startet in Kürze

Geburtstag feiert nicht der Erfinder selbst. Seine geniale Erfindung erblickte vor genau 100 Jahren das Licht der Welt. Besser gesagt, den Klang der Welt. Wie funktioniert es? Im Spiel mit dem Theremin beeinflusst die elektrische Kapazität des menschlichen Körpers ein elektrisches Feld. Dabei steuert die Position der Hände gegenüber zwei Elektroden, den sichtbaren „Antennen“, die Stärke der Veränderung. Die sich ändernde Schwingung des Feldes wird verstärkt und als Ton über einen Lautsprecher ausgegeben.

Als das außergewöhnliche Instrument vorgestellt wurde, schrieb die Presse staunend fasziniert, „dass man die Musik einfach mit der Hand aus der Luft holen kann“. So wirkt es auch, wenn die gebürtige Grazerin Dorit Chrysler – Komponistin, Produzentin, Sängerin, Künstlerin! – „performed“. Sie machte ihren Weg über die Szene in New York, entdeckte das Theremin für ihre Kunst und gilt seither als international gefragte Spielerin dieser genialen wie einfachen technischen Erfindung. Sie gestaltet Installationen, komponiert Filmmusik, zuletzt für David Schalkos Fernsehserie „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“, produzierte ein zehnköpfiges Theremin-Konzert für die Disney Hall in Los Angeles. Der Sound fasziniert Popmusiker wie Gruselfilmer, Science-Fiction-Fans wie Synthi-Pioniere.

Dorit Chrysler spürt unter dem Motto „Sounds from the Ether“ der hundertjährigen Geschichte des Theremins nach. Einfühlsam, shocking, cool und spacig. Der Sound des Theremins ist im wahrsten Sinn des Wortes nicht zu fassen. Und das macht Dorit Chryslers künstlerische Umsetzung so faszinierend. Eine wahre „Wundermaschine“. Auf die Idee kam sein Erfinder Lew Theremin (1896–1993) übrigens durch ein kaputtes Radiogerät. Dessen Brummtöne wurden zu Musik. Don’t touch! Das Instrument für das Corona-Jahr – Corona im Italienischen auch Zeichen wie ältere Bezeichnung für Fermate, „stillstehen“, „anhalten“.

Dorit Chrysler

– Theremin, Stimme, Elektronik

Geboren in Graz, sang Dorit mit 7 an der Grazer Oper und spielte in ihrer ersten Band als Teenager, vertreten auf dem Sampler „Zebra Graz“. Nach dem Studium der Musikwissenschaft und Publizistik in Wien emigrierte Dorit nach New York und startete dort das Musikprojekt ,Halcion‘. Als freischaffende Komponistin begründete sie die NY Theremin Society und ist seither einer der prominentesten Virtuosen des Theremins, das 1920 erfundene erste elektrische Instrument, das ohne Berührung gespielt wird.

Weltweite Auftritte, u. a. als Solistin für die San Francisco Symphony, Wiener Konzerthaus, Roskilde und Coachella Festival folgten, sowie Auftragskompositionen für MoMA, Venedig Biennale und den Steirischen Herbst u.v.m.
Dorit hat die Filmmusik für „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ von David Schalko komponiert. Die Theaterproduktion „3 Episodes“ der Wiener Festwochen, für die Dorit die Musik komponierte, erhielt den Nestroypreis in 2019.
Weitere Projekte: HBO’s Doku-Film „Going Clear“ features Dorit on Theremin. Kollaborationen u. a. mit CERN, Elliot Sharp, Cluster, Trentemøller, Musik Pioneer Laurie Spiegel, Philippe Quesne (Theater Nanterre Amandiers) u.v.m.

Als Kuratorin des Moving Pattern Festivals des ACFNY hat Dorit das „Dame Electric“ Festival gegründet, welches weiblichen Pionieren der analogen Musik gewidmet ist, mit Editionen in New York und Paris.
Dorit ist die Gründerin der ersten internationalen Theremin-Schule in NY (KidCoolThereminSchool) und Paris (L’Ecole Theremine) und unterrichtet weltweit, u. a. Lektios über das Theremin an der Harvard University, der Sibelius Academy Helsinki, Keynote Speaker von NIME und der Kopenhagen Musik Universität. Sie ist der Rezipient des Knightsbridge Foundation Grants „Detroit Houseguests“ mit Residenzen im GaiteLyrique (Paris) und Pionierworks (NY) und produzierte ein zehnköpfiges Theremin-Konzert für die LA Disney Hall.

In einem Konzertreview bezeichnet The Wall Street Journal Dorit Chrysler als „Futuristische Lotte Lena“ und der Hollywood-Reporter lobt Dorits Kompositionsarbeit für „M“. Als artistic director der NY Theremin Society kuratierte Dorit ,THEREMIN 100‘ eine Kompilation featuring 50 Komponisten aus 18 Ländern, den 100. Geburtstag des Theremins zelebrierend, veröffentlicht im Jänner 2020.

www.nythereminsociety.org
www.doritchrysler.com