Frösche im Meer

Freitag 22.11.2019 19:30 Uhr
Tanja Maljartschuk David Helbock – Klavier

Kristallsaal
Schloss Rothschild
Waidhofen an der Ybbs

→ Karten online kaufen
→ Karten vor Ort kaufen

Gegebenenfalls Unmöglichkeiten. Tanja Maljartschuk, Bachmann-Preisträgerin des Jahres 2018, liest ihren prämierten Text „Frösche im Meer“. Begleitet wird sie dabei vom Vorarlberger Jazzpianisten David Helbock, der sich von den Texten der ukrainischen, in Wien lebenden Autorin zu Improvisationen inspirieren lässt.

Tanja Maljartschuk ist mit dem 42. Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet worden. Die in Wien lebende Autorin erhielt den mit 25.000 Euro dotierten Preis in Klagenfurt für ihren Text „Frösche im Meer“. Sie sei geschockt und habe nicht damit gerechnet. Allerdings sei ihr von Anfang an klar gewesen, welche Geschichte sie für den Bachmann-Preis schreiben würde.

Das Thema Flüchtlinge und verlassene Menschen beschäftige sie. Sie sei selbst emigriert, das sei ihr Thema. Die Autorin stammt aus der Ukraine.

In ihrem Text „Frösche im Meer“ thematisiert Maljartschuk das zuweilen fehlende Interesse der jüngeren Generation an ihren betagten Verwandten und die Probleme einer sozial ungleichen, von der Natur entrückten und xenophoben Gesellschaft. Der aus dem Ausland stammende Petro besitzt keinen Pass mehr und schlägt sich als Parkkehrer durchs Leben. Die Neuigkeiten aus seinem Heimatort und seine gegenwärtige Situation schmerzen ihn. Selbstlos kümmert er sich um die senile Frau Grill, kauft für sie ein und wäscht ihr Geschirr.

Tanja Maljartschuk

Tanja Maljartschuk, 1983 in Iwano-Frankiwsk, Ukraine, geboren, studierte Philologie an der Universität Iwano-Frankiwsk und arbeitete nach dem Studium als Journalistin in Kiew. 2009 erschien auf Deutsch ihr Erzählband „Neunprozentiger Haushaltsessig“, 2013 ihr Roman „Biografie eines zufälligen Wunders“ und 2014 „Von Hasen und anderen Europäern“. 2018 erhielt sie für den Text „Frösche im Meer“ in Klagenfurt den Ingeborg-Bachmann-Preis. Die Autorin schreibt regelmäßig Kolumnen für die Deutsche Welle (Ukraine) und für Zeit Online und lebt seit 2011 in Wien.

David Helbock

– Klavier

„… ich halte diesen Musiker mit dem Strickkäppi für einen der besonders Aufregenden des jungen Jazz aus Europa. Wenn David Helbock spielt, erlebt man Neues. Und es ist nie verkopfte Musik – sondern eine, die den Kopf und den Körper mitreißt…“
(Roland Spiegel – Bayerischer Rundfunk)

Zweimal Preisträger und der Publikumspreis beim weltweit größten Jazz-Piano-Solo-Wettbewerb des Jazzfestivals Montreux, begeisterte/internationale Kritiken für seine CDs und der wichtigste Förderpreis des Bundes Österreich 2011 – der „Outstanding Artist Award“ – der aus dem kleinen österreichischen Dorf Koblach stammende Pianist David Helbock ist zweifellos am internationalen Parkett angekommen.

Helbock ist aber nicht nur ein hervorragender Pianist, sondern auch ein eigenwilliger Denker, der in seine Projekte nicht nur außerordentliche Fingerfertigkeit, sondern auch jede Menge Hirnschmalz investiert.

David Helbock, am 28. Jänner 1984 geboren, begann im Alter von sechs Jahren Klavier zu spielen. Er studierte am Konservatorium Feldkirch bei Prof. Ferenc Bognar Klavier, wo er 2005 sein klassisches Konzertfach-Diplom mit Auszeichnung abschloss, und nahm seit 2000 zusätzlich Unterricht beim New Yorker Jazzpianisten Peter Madsen, der sein Lehrer, Mentor und Freund wurde.

David Helbock spielte Konzerttourneen und Aufnahmen in Ländern wie den USA, Kanada, Mexiko, Russland, Kasachstan, Kirgisistan, China, Mongolei, Südkorea, Philippinen, Indonesien, Malaysia, Indien, Israel, Türkei, Iran, Ägypten, Südafrika, Äthiopien, Kenia, Senegal, Marokko, Tunesien, Brasilien, Argentinien, Chile, Australien und überall in Europa.

David Helbock ist seit Beginn seiner Musikerlaufbahn außerdem als Komponist sehr aktiv. Zu seinen Werken zählt ein großes „Jahreskompositionsprojekt“, in dem er für ein Jahr lang jeden Tag ein neues Stück geschrieben hat (Anfang 2010 ist das „Personal Realbook“ mit über 600 Seiten Musik erschienen).