Eine Prise Beethoven

Donnerstag 29.10.2020 19:30 Uhr
Adrian Eröd – Bariton Andrea Linsbauer – Klavier Christoph Wagner-Trenkwitz – Moderation

Kristallsaal
Schloss Rothschild
Waidhofen an der Ybbs

Bereits im Frühjahr gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit

→ Karten online kaufen
→ Karten vor Ort kaufen

Ein launiger Moderator, ein aufs Höchste kultivierter Bariton und eine Pianistin treffen sich, um alles Weitere mit einer „Prise Beethoven“ zu würzen. Mühle und Streuer vor dem Suppenteller. Der Anlass ist nicht weit hergeholt. Zwischen Bonn, Baden und Wien feiert die Welt Beethovens 250. Geburtstag.

Das Mostviertel spült ebenso seine Gurgel: Die Statutarstadt Waidhofen an der Ybbs hat ihren Klangraum und damit eine offene Tür für das Besondere. Salz, Pfeffer, Beethoven: Es tummeln sich Lieder und Arien von W. A. Mozart, Joseph Haydn, Ralph Benatzky und Georg Kreisler im Programm. Humor und die feine kabarettistische Klinge schärfen musikalische Passübergänge: Die Wiener Klassik, erzählt aus köstlichen Alltagsminiaturen. Der Drive deutscher Operetten-Revuen dreht seine Kurven und als Sahnehäubchen, als Fiaker im Gulasch, schließlich der bitter-süße wie schwarze Humor von Georg Kreisler. Es tanzen Flöhe, es wird geküsst, Matrosen singen, Mehlspeisen werden serviert und ein Wien ohne Wiener besungen. Warum nicht?

Tauben vergiften im Park oder dem Musikkritiker einen Spiegel vorhalten. Schelmisches in einer Kombination, die aus virtuosen Pointen besteht und Funken sprüht. Die Prise, eine ziemlich ungefähre Maßeinheit. So ungefähr wie Mozarts Krautfleckerl, Haydns Haarlocken, Benatzkys Schlager oder Kreislers Kabarettumsegelungen. Ein Schiff wird kommen, eine Prise im Schlepptau der Brise.

Programm

 

Wolfgang Amadeus Mozart

„Wer hungrig bei der Tafel sitzt“
aus „Zaide“



Joseph Haydn:

„The Sailor’s Song“

„Piercing Eyes“


„Eine ungewöhnliche Geschichte“

Ludwig van Beethoven:

„Der Kuss“


„Flohlied“

„Selbstgespräch“

– Pause –

Ralph Benatzky:

„Ach, Luise!“

„Ein Walzer aus Wien“


„Mehlspeis’“


„Die Jungfrau von Orleans“

Georg Kreisler:

„Der guate alte Franz“


„Wien ohne Wiener“

„Tauben vergiften“

„Der Musikkritiker“

Adrian Eröd

– Bariton

Seit Jahren begeistert der junge Österreicher an seinem Stammhaus, der Wiener Staatsoper, und international Publikum und Presse gleichermaßen mit seiner Vielfältigkeit als Sänger.

Ob als Figaro in Rossinis Barbier von Sevilla („Die Sensation des Abends war Adrian Eröd als Figaro“, Wiener Zeitung) oder als Valentin in Gounods Faust („Adrian Eröd erzielt in berückender Klangschönheit den Triumph des Abends“, SZ), als Billy Budd („Adrian Eröd als exzellenter Billy … beeindruckt, ist traumhaft gut“, Kurier) oder als Lescaut in Massenets Manon („Allen voran zu nennen ist Adrian Eröd, als ein baritonal wie darstellerisch beeindruckender Lescaut“, FAZ).

Unter Christian Thielemann sang er den Sixtus Beckmesser in Wagners Meistersinger von Nürnberg mit so durchschlagendem Erfolg, dass er 2009 von den Bayreuther Festspielen eingeladen wurde, diese Partie auch am grünen Hügel zu verkörpern. Inzwischen gastierte er mit dem Beckmesser auch in Zürich, Köln, Leipzig, Tokio und Amsterdam.
Seine Darstellung des Loge in der Wiener Produktion von Wagners Rheingold sorgte auch international für Aufsehen, bei den Bregenzer Festspielen feierte er einen sensationellen Erfolg als Shylock in der Uraufführung von André Tchaikovskys The Merchant of Venice, und 2014 debütierte er bei den Salzburger Festspielen als Faninal in Harry Kupfers umjubelter Inszenierung von Richard Straussʼ Rosenkavalier.

Seit seinem Debüt 2001 an der Wiener Staatsoper als Mercutio in Gounods Roméo et Juliette singt Adrian Eröd Partien wie Guglielmo, Conte Almaviva, Eisenstein, Albert (Werther), Frank/Fritz (Die tote Stadt), Olivier (Capriccio), die für ihn komponierte männliche Hauptpartie des Jason in der Uraufführung von Aribert Reimanns „Medea“ und den Prospero in der österreichischen Erstaufführung von Adès’ The Tempest.

Neben der Wiener Staatsoper sang er u. a. auch an der Semperoper Dresden (Olivier, Faninal, Ottokar), der Scala di Milano (Faninal), dem Teatro Fenice in Venedig (Harlekin), an der Hamburgischen Staatsoper (Pelléas), an der Oper Frankfurt (Prospero), der Tokyo National Opera (Don Giovanni, Guglielmo, Eisenstein), der Opéra de Paris (Olivier), der Staatsoper Budapest (Loge), der Houston Grand Opera (Don Giovanni) und der Chicago Lyric Opera (Dr. Falke).

Nach seiner Ausbildung an der Musikhochschule in Wien, wo er u. a. bei Walter Berry studierte, führte Adrian Eröds Weg vom Landestheater Linz über die Wiener Volksoper schließlich an die Staatsoper, die neben seinen kommenden internationalen Engagements auch weiter einen zentralen Platz in seiner künstlerischen Zukunft einnehmen wird.

In nächster Zeit wird er zum Beispiel wieder in der Tokyo National Opera (Eisenstein) sowie in Sevilla und Marseille zu erleben sein.
Neben seiner Tätigkeit auf der Opernbühne ist Eröd auch auf dem Konzertpodium äußerst erfolgreich.

So sang er unter Riccardo Muti und Nikolaus Harnoncourt mit den Wiener Philharmonikern, unter Sir Simon Rattle und Christian Thielemann mit den Berliner Philharmonikern, Orffs „Carmina Burana“ mit Fabio Luisi und Rafael Frühbeck de Burgos, Bachs „Magnificat“ und Brahms’ „Ein deutsches Requiem“ unter Helmut Rilling, Bachs „Johannespassion“ unter Philippe Jordan, Faurés „Requiem“ mit der Staatskapelle Dresden unter Myung-Whun Chung und Mendelssohns „Elias“ mit dem RSB unter Marek Janowski.
Er trat in der Suntory Hall Tokyo, im Concertgebouw Amsterdam, im Leipziger Gewandhaus, im Wiener Musikverein und Konzerthaus, beim Lucerne Festival, in Salzburg bei den Osterfestspielen und der Mozartwoche, der styriarte Graz sowie dem Beethovenfest in Bonn auf. (Zusammenarbeit u. a. mit Maximilian Schell, Klaus Maria Brandauer, Uri Caine, Andris Nelsons, Ingo Metzmacher, Ulf Schirmer, Thomas Hengelbrock, Marcello Viotti und dem ensemble modern).

Als Liedsänger ist Adrian Eröd, dem diese Kunstform besonders am Herzen liegt, bisher u. a. im Wiener und Grazer Musikverein, im Linzer Brucknerhaus, im Lisztzentrum Raiding, beim Tokyo Spring Festival und dem Carinthischen Sommer in Erscheinung getreten, dabei verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit dem Pianisten Helmut Deutsch.
Auf Tonträger erschienen Aufnahmen von Liedern Franz Liszts und Schuberts Winterreise sowie romantische Duette, die er gemeinsam mit seiner Frau Monica Theiss-Eröd eingespielt hat.

Andrea Linsbauer

– Klavier

Die Wienerin Andrea Linsbauer absolvierte ihr Studium der Musikpädagogik mit den Schwerpunkten Liedbegleitung, Gesang und Musikleitung an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien sowie das Studium der Romanistik (Italienisch) an der Universität Wien mit Auszeichnung. Die Pianistin widmet sich mit großer Leidenschaft der Liedbegleitung und Klavier-Kammermusik. Sowohl bei österreichischen Festivals als auch auf internationaler Ebene ist Andrea Linsbauer gefragte Pianistin und Kammermusikpartnerin. Regelmäßig gestaltet sie Liederabende mit Sängerpersönlichkeiten wie Robert Holl, Adrian Eröd, Daniel Johannsen, Paul. A. Edelmann, Günter Haumer, Norbert Ernst, Michael Wagner u.v.a.

In der Saison 2020 wird Andrea Linsbauer erstmals im Wiener Musikverein im Rahmen des Konzertzyklus „Uno due tre“ gemeinsam mit Marialena Fernandes zu hören sein. Ein Programm unter dem Titel „Eine Prise Beethoven“ führt sie an der Seite von Adrian Eröd und Christoph Wagner Trenkwitz Ende April zum „Klangraum- Festival“ nach Waidhoven/Ybbs. Einen weiteren Höhepunkt der Frühjahrssaison 2020 bildet ein Gastspiel beim diesjährigen Liszt-Festival/ Raiding gemeinsam mit Paul A.Edelmann, Markus Miesenberger und Julia Stemberger ebenso ganz im Zeichen des Jahresregenten Beethoven.

Andrea Linsbauer ist seit Oktober 2018 Lehrbeauftragte für Korrepetition am Institut für Musikleitung der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Im Bereich der Kammermusik gilt ihre besondere Vorliebe dem Komponisten und Violinvirtuosen Fritz Kreisler. Als bekannte Interpretin seiner Werke ist Andrea Linsbauer bevorzugte Kammermusikpartnerin von Christian Altenburger, Gernot Winischhofer, Benjamin Schmid, Ekaterina Frolova oder Cornelia Löscher. Mit obengenannten gastierte sie u.a. im Brucknerhaus Linz, im Radiokulturhaus Wien, im Wiener Rathaus, im MuTh und an internationalen Konzerthäusern. Neben ihrer Tätigkeit als Pianistin arbeitete Andrea Linsbauer den gesamten Nachlass von Fritz Kreisler an der Library of Congress in Washington D.C. wissenschaftlich auf und publizierte 2009 ihre Recherchen unter dem Titel „Das Wienerische Moment in den Kompositionen Fritz Kreislers“ .Andrea Linsbauers künstlerisches Betätigungsfeld umfasst seit den letzten Jahren auch verstärkt den Bereich der Musik- und Chorleitung. Als angestellte Kirchenmusikerin der Erzdiözese Wien gründete sie 2018 das Festival „Musica Sacra 14“. Andrea Linsbauer ist mehrfache Stipendiatin des ehemaligen Bundesministeriums für Wissenschaft und der Stadt Wien.

Christoph Wagner-Trenkwitz

– Moderation

Christoph Wagner-Trenkwitz ist Chefdramaturg der Volksoper Wien.

Er plant, schreibt, gestaltet und präsentiert Soireen, Matineen und Vorträge zu den großen Themen, Werken und Persönlichkeiten der Oper, Operette und des Musicals. Er entwickelt auch musikalische Specials für Hörfunk und TV, die er selbst präsentiert.

Christoph Wagner-Trenkwitz übernimmt im Jahr 2020 die künstlerische Leitung der Schlossfestspiele Langenlois. Er zeichnet für die Jubiläumsproduktion anlässlich „25 Jahre Operette in Langenlois“ verantwortlich.

Bis Herbst 2016 war Christoph Wagner-Trenkwitz Intendant des Theatersommers Haag und verabschiedete sich mit der Produktion „Ein seltsames Paar“.

Wagner-Trenkwitz begeistert sein Publikum mit Charme, Witz und einem tiefen Verständnis und Wissen um das „Universum Musiktheater“. Als Moderator, Conférencier oder Darsteller ist er auf vielen Bühnen (u. a. Volksoper Wien, Wiener Staatsoper, Salzburger Festspiele, Berliner Staatsoper, Bregenzer Festspiele) zuhause.

Regelmäßig moderiert Christoph Wagner-Trenkwitz die Radio-Übertragung des Neujahrskonzertes der Wiener Philharmoniker.

Zahlreiche Publikationen haben den Buchautor Christoph Wagner-Trenkwitz im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht, zuletzt die sehr persönliche Anekdotensammlung „Nochmal Schwan gehabt” (erschienen im Jahr 2015).

Mit „Es grünt so grün … – Musical an der Volksoper“ hat er ein Standardwerk geschaffen, das die Musical-Metropole Wien im Geiste Marcel Prawys zeigt. Regelmäßig ist er auch als (Lied-)Texter und Übersetzer tätig.