VERSCHOBEN: Die Planeten

Sonntag 28.11.2021 18:00 Uhr
Trachtenmusikkapelle Windhag Wolfram Berger

Aufgrund der aktuellen Covid Situation muss die Veranstaltung leider auf das Frühjahr 2022 verlegt werden. Karten behalten ihre Gültigkeit!

Schlosscenter
Waidhofen an der Ybbs

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Gustav Holsts weltberühmte Orchestersuite „The Planets“ gehört zu den ganz wenigen Kompositionen, die von der Astrologie beeinflusst sind. In Holsts Leben nahm das Stück eine Schlüsselposition ein. Bis heute ist sein Name den meisten Musikliebhaberinnen und -liebhabern aufgrund seiner „Planeten“ bekannt.

Pikanterweise betrachtete der Komponist dieses Werk nie als sein bestes und war vom Erfolg eher überrascht. Inspiriert wurde er durch ein Gespräch mit seinem Freund, dem vielseitigen Schriftsteller Clifford Bax, über die unterschiedlichen astrologischen „Charaktere“ der Planeten. Jeder einzelne Satz soll Gedanken, Emotionen sowie Eigenschaften thematisieren, die mit der entsprechenden römischen Gottheit in Verbindung gebracht wurden und werden.

Sein großes Interesse an der Mystik und fremden Kulturen hatte Holst schon davor in Musik ausgedrückt, die intensive Beschäftigung mit der Astrologie ließ die Idee reifen, die Planeten des Sonnensystems und ihre astrologischen Funktionen in Musik umzusetzen. Für Holst war damit alles vorhanden, was er brauchte, um einen großen Wurf zu Papier zu bringen: Die zündende Idee, ein tragfähiges Konzept, ausreichend musikalisches Wissen und die nötige Motivation. Vielleicht in Anlehnung an Arnold Schönberg und seine „Fünf Orchesterstücke“ op. 16 aus dem Jahr 1909 – entstanden in Steinakirchen – nannte Holst die erste Skizzensammlung „Sieben Stücke für Orchester“. Es bestand aber von Anfang an wenig Zweifel daran, dass hieraus die siebenteilige Suite „The Planets“ entstehen sollte. Die sich aufdrängende Frage, warum es nur sieben und nicht neun Stücke waren, könnte dadurch beantwortet werden, dass der Planet Pluto erst 1930 entdeckt wurde und zur Zeit der Entstehung (1914–1916) somit unbekannt war. Auch die Erde vertonte Holst nicht, weil ihr nach astrologischer Denkweise gänzlich andere Funktionen zufallen als den übrigen Gestirnen, die die Sonne umkreisen. Es blieben also sieben Planeten übrig, die Gustav Holst weder in der Entfernung zur Sonne oder zur Erde anordnete, sondern in der chronologischen Abfolge der Tierkreiszeichen, denen die Planeten zugeordnet sind – ein weiterer Beleg für die astrologische Durchdringung des Werks. So entstanden „Mars, der Kriegsbringer“, „Venus, die Friedensbringerin“, „Merkur, der geflügelte Bote“, „Jupiter, der Bringer der Fröhlichkeit“, „Saturn, der Bringer des Alters“, „Uranus, der Magier“ sowie „Neptun, der Mystiker“.

An diesem Abend erklingen Gustav Holsts „Planeten“ in einer Bearbeitung für Symphonische Blasmusik. Es spielt die einzigartige Trachtenmusikkapelle Windhag. Schauspieler Wolfram Berger ergänzt den Abend literarisch. In einem Brief an den großen englischen Musikförderer William G. Whittaker schrieb Gustav Holst 1914: „Musik, die mit dem Himmel identisch ist, ist keine Sache von momentanem oder auch nur stündlichem Nervenkitzel. Es ist ein Zustand der Ewigkeit.“