Beethovens Erbe

Sonntag 04.10.2020 18:00 Uhr
Wiener Sextett – Ensemble

Kristallsaal
Schloss Rothschild
Waidhofen an der Ybbs

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Zu dem Dirigenten Hermann Levi meinte Johannes Brahms in einem Brief: „Ich werde nie eine Symphonie komponieren! Du hast keinen Begriff davon, wie es unsereinem zumute ist, wenn er immer so einen Riesen hinter sich marschieren hört.“ Beethoven wiederum zögerte lange, sich mit Streichquartetten in Wien zu präsentieren; ein Gebiet, auf dem sich W. A. Mozart und Joseph Haydn trefflich in die Höhe schaukelten.

Es ist nicht immer leicht, ein Erbe anzutreten und damit die eigenen Gedanken frei und frisch zu formulieren. So ist es besonders reizvoll, wenn der Waidhofner Geiger Stefan Pöchhacker, Mitglied der Wiener Symphoniker, mit Kolleginnen und Kollegen zwei Streichsextette präsentiert. Eine Musizierform, die im Konzert selten zu erleben ist.

Das Brahms’sche Streichsextett op. 18 wurde ein „langes, sentimentales Stück“, wie der Komponist es selbst formulierte. Er setzte mit seinen beiden Streichsextetten neue Maßstäbe in der Kammermusik für sechs Streicher. Ein volkstümlicher Ton durchzieht alle vier Sätze, ohne es je an motivisch-thematischer Akribie mangeln zu lassen. Brahms eben! Und Tschaikowski obendrein. Zu Beginn des Jahres 1890 reiste dieser nach Florenz, um in Ruhe an seiner Oper „Pique Dame“ schreiben zu können. Zurück in Moskau gab es nicht nur eine neue Oper, sondern ebenso ein neues Streichsextett mit Erinnerungen an die Zeit in Florenz. Tschaikowskis letztes kammermusikalisches Werk. Klangliche Opulenz und nicht enden wollende melodische Einfälle. Russische Steuer für Beethovens Erbe. Und Brahms? Wahlwiener.

Programm

 

Johannes Brahms

Streichsextett Nr.1 in B-Dur, op.18

Pjotr Iljitsch Tschaikowski

Streichsextett in d-Moll „Souvenir de florence“, op.70

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Wiener Sextett

Stefan Pöchhacker, Nikolay Orininskiy, Roman Bernhart, Stephanie Bernhart, Michael Günther, Zsófia Günther-Mészáros

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Wiener Sextett

– Ensemble

Sechs befreundete Streicher aus den Reihen der Wiener Symphoniker wollten gemeinsam Kammermusik spielen … was läge also näher, als sich des viel zu selten angenommenen Genres des Streichsextetts zu widmen? Das „Wiener Sextett“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, neben den stetigen Aufgaben im gemeinsamen Orchester jenes wieder hochleben zu lassen.

Nicht zuletzt Johannes Brahms und Peter Iljitsch Tschaikowsky haben sich als Meister dieses Faches bewiesen, ersterer sogar mit zwei Werken. Das wohl berühmteste Werk des Streichsextetts in der klassischen Formation ist „Souvenir de Florence“, das in einem Konzert dieser Besetzung nicht fehlen darf!

 

Stefan Pöchhacker:

In Waidhofen/Ybbs geboren, erhielt er seinen ersten Geigenunterricht im Alter von sechs Jahren an der dortigen Musikschule. Ab 1999 studierte er Konzertfach bei Prof. Jan Pospichal und dessen Assistent Wolfgang David an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. 2009 wechselte er in die Klasse von Prof. Josef Hell. 2011 Studienabschluss zum Magister Artium.
Meisterkurse und Weiterbildung u.a. bei Peter Schuhmayer, Birgit Kolar, Dimitrie Leivici, Rainer Honeck, Hubert Kroisamer und Erich Höbarth.
Stefan Pöchhacker war Substitut beim Orchester der Wiener Symphoniker, Brucknerorchester Linz, Tonkünstlerorchester Niederösterreich und des Wiener Staatsopernorchesters. 2013 wurde er erstmals fix engagiert im Brucknerorchester Linz, 2015 wurde er als festes Mitglied der Wiener Symphoniker aufgenommen.
Konzerttourneen führten ihn nach Japan, China, Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate und in zahlreiche Länder Europas.
Diverse Auftritte als Solist mit Orchester, u.a. mit den Violinkonzerten von Tschaikovsky und Brahms und der Carmen Fantasie von Sarasate.

 

Nikolai Orininskiy:

Nikolay Orininskiy wurde in eine musikalische Familie hineingeboren.
Seine musikalische Ausbildung begann er im Alter von 5 Jahren. Mit Faina Podolnaya studierte er an der Baiseitova Musikschule, danach im Staatskonservatorium bei Gaukhar Murzabekova. Sein Violinstudium an der West-Kasachstanische Universität hat er bei Marat Bisengaliev mit Auszeichnung absolviert.
Dazwischen arbeitete Nikolay Orininskiy mit der “Kamerata Kasachstan“ und der “West Kasachstan Philharmonie“ zusammen und spielte zahlreiche Konzerte als Solist und Kammermusiker. Unter anderem trat Nikolay Orininskiy als Solist mit der “West Kasachstan Philhamonie“ in Kasachstan, England, Irland, Polen, in der Ukraine und in Indien auf.
Bereits im Alter von 24 Jahren erhielt er eine Konzertmeisterstelle im “Symphony Orchestra of India“.
2008 wurde er an der Universität für Musik und darstellende Kunst aufgenommen wo er bei Prof. Gerald Schubert studiert.
Ab 2010 war er als Mitglied des Niederösterreichischen Tonkünstlerorchesters tätig. Seit Oktober 2013 ist Nikolay Orininskiy Mitglied der Wiener Symphoniker.

 

Roman Bernhart:

In Euratsfeld (Niederösterreich) geboren, besuchte Roman Bernhart das Linzer Musikgymnasium.
Er studierte Instrumentalpädagogik sowie Violine und Viola bei Franz Wall am Linzer Brucknerkonservatorium, ehe er zu Siegfried Führlinger an die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien wechselte.
In Oberösterreich war er Mitglied im „Ensemble actuell“ unter Franz Welser Möst und unterrichtete an der Landesmusikschule Wels.
Als Mitbegründer des Eos-Quartetts bestritt er im Wiener Konzerthaus 25 Jahre lang einen eigenen Zyklus.
Zu den zahlreichen Kammermusikpartnern zählen unter anderem Herbert Schuch, Fabio Luisi, Jasminka Stancul, Alexey Stadler, Joji Hattori, Renaud Capucon, Julia Fischer u.v.a.m.
Seit 1993 ist er als Solobratscher bei den Wiener Symphonikern engagiert.

 

Stephanie Bernhart:

Stephanie Bernhart, wurde am 10. Oktober in Linz geboren.
Sie studierte bei Wolfgang Klos, Ulrich Schönauer und Siegfried Führlinger und absolvierte 2017 erfolgreich die Diplomprüfung für Konzertfach Viola an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.
Während des Studiums und danach spielte sie in vielen verschiedenen Profi-Orchestern, u.a. bei den Wiener Symphonikern, den Niederösterreichischen Tonkünstlern, dem Bruckner Orchester Linz, dem Tiroler Symphonieorchester Innsbruck, der Volksoper Wien, dem Bühnenorchester der Wiener Staatsoper, dem Kammerorchester Concertino Wien, dem Barockensemble der Wiener Symphoniker, dem WienerConcert-Verein, der Sinfonietta Baden, dem Ambassade Orchester Wien, dem Webern Symphonie Orchester und dem Wiener Jeunesse Orchester.
Außerdem war sie Teilnehmerin der Angelika Prokopp Sommerakademie der Wiener Philharmoniker (2013, 2014) und Stipendiatin des Philharmoniker Kurses in Trenta (Slowenien).
Aktuell unterrichtet sie im Musikschulverband Schneebergklang, macht viel Kammermusik und unterrichtet privat.

 

Michael Günther:

Geboren in Würzburg, erhielt er mit sechs Jahren ersten Violoncello-Unterricht.
Michael Günther wurde 1975 in Würzburg geboren. Mit sechs Jahren erhielt er den ersten Violoncello-Unterricht. Ab 1991 war er Jungstudent an der Staatlichen Hochschule für Musik Würzburg bei Prof. Ksenija Jankovic und Janos Török. 1995 spielte er als Solocellist im deutschen Bundesjugendorchester.
Nach dem Abitur begann er 1995 das Violoncello-Studium bei Prof. Rudolf Gleißner an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart.
1998 gründetet er mit Kommilitonen das Kammerorchester „Ensemble Urlicht“ und das Ariosa Quartett Stuttgart. 1999 bis 2003 war Michael Günther Stipendiat der renommierten Studienstiftung des Deutschen Volkes.
Wichtige künstlerische Impulse erhielt er auf Meisterkursen von Prof. David Geringas und Prof. Frans Helmersson.
Im Jahr 2000 setzte er sein Studium bei Prof. Valentin Erben (Alban Berg Quartett) an der Musikuniversität Wien fort.
Ein Stipendium der Landessammlung Streichinstrumente Baden Württemberg ermöglichte ihm, bis 2006 ein Violoncello von J. B. Vuillaume (1830) zu spielen.
Nach erfolgreicher Diplomprüfung wurde er 2002 aufgenommen in die Solistenklasse von Prof. Rudolf Gleißner an der Stuttgarter Musikhochschule, die er 2005 „mit Auszeichnung“ absolvierte.
Seit 2004 ist Michael Günther Cellist der Wiener Symphoniker.
2006 wurde ihm ein Zeitvertrag als Solocellist der Wiener Symphoniker offeriert.

 

Zsófia Günther-Mészáros:

Zsófia Günther-Mészáros wurde im ungarischen Szeged geboren. Ihren ersten Cellounterricht erhielt sie im Alter von 7 Jahren bei Gábor Gárdián an der Musikschule in Szeged.
2005 wechselte sie an das renommierte Zoltán Kodály Musikgymnasium in Kecskemét (Ungarn) und wurde bis zu ihrer Matura 2009 von Márta Agócs im Hauptfach Violoncello unterrichtet. In dieser Zeit war sie mehrfache Preisträgerin bei Musikwettbewerben: 2005 gewann sie den 2. Preis beim Internationalen Marcosig Wettbewerb in Gorizia, 2006 den 1. Preis beim Antonio Janigro Cello Competition Porec, 2006 und 2008 jeweils den 1. Preis beim János Starker Wettbewerb in Ungarn, sowie 2010 den 2. Preis beim internationalen Cellowettbewerb in Liezen.
2009 begann sie ihr Violoncello-Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien bei Prof. Robert Nagy. Wichtige künstlerische Impulse erhielt sie außerdem von Miklós Perényi, Csaba Onczay, Lászlo Mezö und Heinrich Schiff. 2012 war sie Stipendiatin der Angelika Prokopp Akademie der Wiener Philharmoniker in Salzburg und des Internationalen Musikforums Trenta.
2013 gründete sie mit Haruka Yano (Klavier) und Ting-Wei Chen (Flöte) das Trio Prisma. 2014 gaben sie ihr Debütkonzert im Wiener Musikverein. 2015 gewannen sie das Auswahlvorspiel der ECMA, die ihnen Meisterkurse und Konzerte in ganz Europa ermöglicht. Seit 2010 spielt Zsófia Mészáros regelmäßig als Substitutin bei den Wiener Philharmonikern. Zudem wurden ihr Zeitverträge beim Tonkünstler Orchester Niederösterreich (2012), den Wiener Symphonikern (2013) und der Wiener Staatsoper (2013-2015) offeriert, 2014 spielte sie bei den Salzburger Festspielen.
Seit Januar 2016 ist sie Cellistin der Wiener Symphoniker.