radio.string.quartet

Die vier Mitglieder Bernie Mallinger (Violine), Igmar Jenner (Violine), Sophie Abraham (Violoncello) und Cynthia Liao (Viola) eint der Anspruch, das Klangspektrum des klassischen Streichquartetts zu erweitern. Alles ist möglich auf den 16 Saiten. Ob jazzrockiger Groove oder popverliebte Gesänge, Neue Musik oder europäische Folk-Tradition: Das „r.s.q“ hat bislang schon etliche Grenzgänge absolviert und sich so im Non-Classical-String-Quartet-Genre einen festen Platz neben den US-Pionieren vom Kronos Quartet und dem Turtle Island Quartet erspielt.

Entscheidend für die Weiterentwicklung des Quartetts ist die Auseinandersetzung mit der Musik des Mahavishnu Orchestras, einer der stilprägenden Gruppen des Jazzrocks der 70er-Jahre. Mit der Einspielung „Celebrating the Mahavishnu Orchestra“ im Jahr 2007 veröffentlicht das Ensemble sein erstes Album auf ACT.

Nach verschiedenen Kooperationen (u. a. mit Rigmor Gustafsson, Ulf Wakenius …) markierte das Album „Radiodream“ (2011) einen neuen Abschnitt in der Band-Geschichte: Musikalische Traumdeutungen und Ton-Collagen verwenden neben eigenen Stücken auch Musik von Franz Liszt bis Billie Holiday.

Mit dem Album „Posting Joe“ (2013) verneigt sich die Band vor ihrem großen Landsmann, dem 2007 verstorbenen Joe Zawinul und seiner stilbildenden Band Weather Report.

Im Jahr 2014 begann die Band mit der Arbeit an dem Album „in between silence“ (2017), das eine musikalische Neuausrichtung der Band und eine Veränderung ihrer Arbeitsweise – sowohl im Studio als auch live – mit sich brachte. Erstmals wurden vermehrt Stimmen zu den herkömmlichen Streichinstrumenten hinzugefügt, und auch der Einsatz von elektronischen Musikinstrumenten erweiterte das Spektrum. Die Kompositionen des Albums – allesamt Arbeiten des Quartetts – wurden für die Live-Performance einer grundsätzlichen Umarbeitung unterzogen. Damit versuchte die Band, die unterschiedlichen räumlichen Begebenheiten vom Hören eines Albums zum Erlebnis eines Live-Konzerts einzubeziehen. Erstmals arbeitete das Quartett dabei mit einem Koproduzenten, dem norwegischen Pianisten und NuJazz-Pionier Bugge Wesseltoft.

Im radio.string.quartet finden alle vier Musiker die Freiheit, ihre musikalischen Ideen wie ihre kulturelle Identität einzubringen. Die Arrangements entstehen in Teamarbeit, alle Ensemble-Mitglieder steuern Eigenkompositionen bei. In diesem Sinne verstehen sich die Südösterreicher Mallinger und Jenner, die Niederländerin Abraham und die Taiwanesin Liao als Protagonisten einer neuen Wiener Streicherschule: Wien mit seiner reichen Musiktradition, aber auch mit seiner neuen multikulturellen Offenheit.

Short Facts:
– Existiert seit 2004 und passt in keine Schublade
– „Dem Sound des radio.string.quartet kann man sich nicht entziehen. Das Quartett besticht durch Experimentierfreudigkeit und sprengt alle Genregrenzen.“ (3sat Kulturzeit)
– Preis der deutschen Schallplattenkritik, Pasticcio-Preis

radio.string.quartet
Bernie Mallinger − Violine, Gesang
Igmar Jenner − Violine, Gesang
Cynthia Liao − Viola
Sophie Abraham − Violoncello, Gesang